Theatermuseum in Wrocław

Der Patron des ersten Theatermuseums Polens ist Henryk Tomaszewski. Der herausregende Schauspieler und Regisseur war der Gründer und langjähriger Direktor des Pantomimetheaters von Wrocław.

Die in Wrocław tätigen Theater von Tomaszewski und Grotowski galten als Marken der höchsten Weltklasse.

Das Theatermuseum ist eine Abteilung des Städtischen Museums Wrocławs.

Das neue Museum handelt nicht nur von der Pantomime, sondern auch vom gesamten Theaterleben Wrocławs, mittels Dauer- und temporärer Ausstellungen des originellen Bildungsprogramms, das theoretische und praktische Workshops, Treffen, Shows und Kurse verbindet, die auf unkonventionelle Art einen Einblick in die Geheimnisse des Theaters liefern.

Das Theatermuseum liegt neben dem Nationalen Musikforum. Am Eingang in das Gebäude, das ein erhaltenes Fragment des Südflügels des Königsschlosses ist, steht eine Bronzeskulptur, entworfen von Theodor von Gosen, das das Gesicht des mythologischen Sängers Orpheus zeigt. Das dreigeschossige Gebäude (1307 Quadratmeter) beherbergt Geschichten von großen Berühmtheiten des Theaters von Wrocław.

Die Wohnung von Henryk Tomaszewski

Im Museum wurden Räume aus der Wohnung von Henryk Tomaszewski nachgestellt, mit einem Schreibtisch voller Papiere, Bilder, Bücher, an denen er vor seinem Tod gearbeitet hat. Untergebracht wurden hier auch seine Sammlungen – Puppen, Spielzeuge, Devotionalien.

Tomaszewski mochte keine Multimedia, deshalb findet man in seiner Wohnung nur ein altes Fernsehgerät der Marke Rubin, das es auch in seinem Haus gab.

In der Bibliothek von Prof Degler

Sein Arbeitszimmer, bzw. eigentlich eine Bibliothek hat im Museum Prof. Janusz Degler, weltbekannter Theaterwissenschaftler und Kenner der Werke von Witkacy. Der Professor vermachte dem Museum seine Sammlung mit über vier Tausend Fachbüchern zum Thema Theater. Zusammen mit den Schriftstücken aus den Beständen des Museums bildet die Sammlung eine einzigartige Fachbibliothek, eine der polenweit größten, die dem Theater gewidmet ist.

Sie umfasst polnische und fremdsprachige Lexika und Theaterwörterbücher, Quelleneditionen und Kompendien zur Geschichte und Theorie des Theaters, Synthese der Theatergattungen, Abhandlungen zur Schauspielkunst, Bühnenbild und Theaterarchitektur. Prof. Degler schenkte dem Museum außerdem eine Sammlung an Postkarten mit Darstellungen der Theatergebäuden aus der ganzen Welt.

Im Atelier von Stefan Arczyński

Über eine eigene Werkstätte im Theatermuseum verfügt auch Stefan Arczyński, der Nestor der polnischen Fotokunst, der zahlreiche Werke eben dem Pantomimetheater gewidmet hat. In einem Saal kann man seine Bilder bewundern, wie auch eine analoge Dunkelkammer mit der Originalausstattung – einem Vergrößerungsgerät und Entwicklungsschalen besichtigen.

Im größten Saal mit einer prachtvollen Kassettendecke und einer verglasten Arkadenwand, die sich zum pl. Wolności öffnet, wird eine Ausstellung zum Theater in Wrocław nach 1945 gewidmet. In dem mehr als sieben Meter hohen Raum bekommen wir Exponate zu sehen, die das Städtische Museum seit den 70er Jahren gesammelt hat und die durch eine spezielle Vorführung vervollständigt werden. Diese Ausstellung wird auch von Außen, von Pl. Wolności sichtbar sein.

Das Atelier der „Maulläute“ von Dr. Mirosław Oczkoś

Ein kleiner Bereich – ein Multimediastandort, gewidmet der Diktion, wurde im zweiten OG untergebracht. An einem eigens zu diesem Zweck konzipierten Pult kann man mit Zungenbrechern spielen, die eigene Ausdrucks- und Sprachweise prüfen, den Meistern der polnischen Sprache lauschen sowie – dank der Applikation – eine eigene Klangpostkarte auf elektronischem Weg verschicken bzw. die Aufnahme im sozialen Netzwerk posten.

Der Autor und Betreuer der Werkstatt ist Mirosław Oczkoś, Polens bester Lehrer der Diktion, Schauspieler, Film- und Fernsehregisseur.

Hinter den Kulissen

Im Museum kann man sehen, wie eine Konsole des Inspizienten arbeitet, sich ein Erinnerungsfoto im Bühnenkostüm machen zu lassen und dieses anschließend im sozialen Netzwerk posten. Geplant sind außerdem ein Schnürboden sowie ein Ort, an dem Theateraberglauben gesammelt wurden. Wir können uns an den originellen Schminktisch von Igor Przegrodzki hinsetzen und dabei sehen, wie sich der exzellente Schauspieler für die Rolle des Königs Lears charakterisiert. Im letzten OG wurde ein Theatersaal untergebracht, der für Vorführungen und Workshops geeignet ist.

Theatralisch wurden auch die Toiletten gestaltet - man findet dort Zitaten berühmter Schriftsteller, Publizisten, Schauspieler und Regisseure, die dem Theater gewidmet sind.

Eintritt zu Dauerausstellungen kostenlos.

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