Marek Oberländer und Jan Lebenstein. Totemisches Zeichen der menschlichen Figur

Menschenähnliche Geschöpfe, Mutanten und Hybride, Figuren mit Gottesanbeterinnen-Köpfen bevölkern die Bilder von Marek Oberländer und Jan Lebenstein.

Menschenähnliche Geschöpfe, Mutanten und Hybride, Figuren mit Gottesanbeterinnen-Köpfen - diese Formen bevölkern die Bilder von Marek Oberländer und Jan Lebenstein. Beide Künstler, die im 2. Weltkrieg Schreckliches erlebt hatten, unternahmen etwa zum gleichen Zeitpunkt einen Versuch, sich mit der Verzweiflung, Einsamkeit und Deklassierung des Menschlichkeitsbegriffs auseinanderzusetzen.

In der Ausstellung sehen wir mehr als 100 Werke aus der umfangreichen Sammlung des Nationalmuseums in Wrocław. Die überwiegende Mehrheit sind die seit mehr als 40 Jahren nicht gezeigten Werke von Marek Oberländer.

Die Entwicklung der totalitären Systeme des 20. Jh., die in einem Genozid von bisher unbekanntem Ausmaß mündete, stellte die Künstler vor die Frage nach der Anmaßung, in der Kunst ein glaubwürdiges Bild des Menschen zu zeigen. Angesichts des unvorstellbaren Bösen unternahmen die davon stark betroffenen Künstler etwa zum gleichen Zeitpunkt den Versuch, mittels der Kunst sich mit der Verzweiflung, Einsamkeit und Deklassierung des Menschlichkeitsbegriffs auseinanderzusetzen. Wie viele andere Vertreter der sog. neuen Figuration (Moore, Wróblewski, Kantor, Szapocznikow oder Abakanowicz) ersetzten die beiden Künstler die menschlichen Formen durch eine Art Zeichen, Totem, Symbol, indem sie eine deformierte menschlich-unmenschliche Figur zeigen und die körperliche und moralische Elend ihrer Existenz betonen.

Die Ausstellung vervollständigt der Katalog von Magdalena Szafkowska, der den gezeigten Werken gewidmet ist.

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mnwr.pl

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